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Hadrians Wall

Vor knapp 2000 Jahren, als das römische Reich sich auf dem Höhepunkt seiner Kultur befand, mussten sich die Römer gegen die schottischen Barbaren wehren. Ihr Reich reichte bis hier in den Norden von England. So bauten sie kurzerhand eine Mauer quer durch die Insel, die nach dem Kaiser Hadrian benannt wurde.

Der Wall war durch einen vorgelagerten Graben geschützt und passte sich gut den örtlichen Gegebenheiten an. Später erweiterte man die Schutzanlagen des Walles so, dass an jeder Meile ein kleines Fort (ein Milecastle) und dazwischen an jeder drittel Meile ein Turm mit Soldaten errichtet wurde.

Der Wall ist noch sehr gut erhalten und man kann entlangwandern, die ganze Strecke dauert allerdings 6 Tage. Dazwischen liegen einige größere Forts, deren Ausgrabungen man besichtigen kann. Wir fuhren zuerst nach Housesteads, einem der größeren Forts, deren Ausgrabungen sehr gut erhalten sind.

Gut erhaltene Toilettenanlagen gibt es, mit Wasserspülung! In der Mitte standen Becken zum Händewaschen, in der Rinne davor konnte man die Schwämme (sic!) auswaschen, die zum Abwischen verwendet wurden. Auf den breiten Rinnen, die ständig mit Wasser gespült wurden, befanden sich eine Reihe Holzsitze. Alles in allem sehr vorbildlich, im Mittelalter hatte man diese Art der Hygiene schon längst wieder vergessen.

Danach wanderten wir noch ein Stück entlang am Wall, aber nicht die ganzen sechs Tage!

Unser nächster Stopp war in Vindolanda. Hier sind auch Reste eine Forts ausgegraben wurden und man hat auch eine Replikation eines Turmes von Hadrians Wall gebaut. Ausserdem gibt es hier ein wunderbares Museum, in dem aufsehenerregende Fundstücke präsentiert werden: Römische Schriftstücke, darunter eine Geburtstagseinladung (das älteste Schriftstück überhaupt, das von einer Frau verfasst wurde), Bestellungen für militärische Gegenstände, Beschwerden, Briefe nach Hause etc.

Daneben gibt es noch einige nachgebaute Häuser, die das Leben der Zivilbevölkerung zeigen. Auch schon sehr fortschrittlich zu damaliger Zeit.

Danach fuhren wir nach Schottland, wir wollten die nächsten Tage bei Sue und Iain in ihrem Haus verbringen. Sie haben sich ein ehemaliges B&B gekauft, ein sehr altes, traditionsreiches Haus mit dem Namen “The old Red Lion”. Viel Platz, sehr grosser Garten, wirklich schön. Und überall echte Kamine mit echtem Feuer, gar nicht selbstverständlich in einem Land, in dem zwar jedes Haus einen Kamin hat, der ist aber meist gasbetrieben, oder, noch schlimmer, elektrisch!

Die folgenden Tage verbrachten mein Vater und ich damit, Schottland zu bereisen und jede Menge alte Castles zu besichtigen.


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Letzte Änderung: Freitag, 2. Juni 2006