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Heute früh war es zwar etwas kalt, aber im Laufe des Tages besserte sich die Temperatur wieder auf dem Monat angemessene 20°C. Also fuhren wir eine wunderschön langweilige schnurgerade Strasse durch eine total platte Ebene 60 Meilen weit, um in den entlegenen Guadelupe Mountains Nationalpark zu kommen. Vorher wollten wir noch Verpflegung kaufen, allerdings bot Frank’s Supermarkt nur verschimmelte, verrostete Kühltruhen an. Das alles in einem süßlichen ekligem Geruch in der Luft. Wir sind besser in die Tankstelle gefahren... 

Im Park verlangt man noch nicht einmal Eintritt, wie in den anderen Nationalparks, was wohl an der Lage des Parks liegt (60 Meilen in jeder Richtung von jeder Ansiedlung entfernt) und daran, dass man den Park nicht mit dem Auto durchfahren kann, sondern ihn durchwandern muss. So was aber auch!

Im Visitor Center erfuhren wir, dass man uns betrogen hat. Wir waren im Big Bend Park gar nicht auf Texas’ zweithöchstem Berg, sondern nur auf dem sechsthöchsten. Hier könnten ja hier nun auf den definitv höchsten Berg steigen, den Guadelupe Peak, 8749 ft. Hoch. Allerdings entschieden wir uns für den McKittrick Canon, ca. 6,8 Meilen für Hin- und Rückweg, das Herz und eine der schönsten Ecken des Parkes, speziell im Herbst. Na ja, im Frühjahr ist es auch ganz hübsch.

Hier wachsen Bäume, die in der Wüste sonst nirgends wachsen, hier fliesst ein Bach, der unter der Erde verschwindet.

Nach zwei Dritteln des Weges kommt man eine Hütte: Pratt’s Cabin. Wallace Pratt, ein Geologe, wohnte hier und vermachte das Land später dem Nationalparkservice, so dass 1972 hier ein Nationalpark gegründet wurde. Hier liess es sich prächtig ausruhen.

Wir wollten gar nicht weitergehen, sind aber nach einer Stunde faulen Herumsitzens zu dem Schluss gekommen, dass wir noch bis zum geplanten Umkehrpunkt laufen sollten und auf dem Rückweg hier noch mal rasten sollten. Also sind wir weitergewandert. Am Ende des Weges war dann eine Grotte und eine Jagdhütte aus den 20er Jahren.

Auf dem Rückweg fielen uns noch immergrüne Bäume mit rotem Stamm und roten Früchten auf. Das sind Bäume, die sonst nur im Regenwald wachsen.

Jetzt mussten wir nur noch die ganze langweilige Strasse zurückfahren. Das Café hatte auch schon geschlossen...

Morgen wieder hierher - ein anderer Canyon.


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Letzte Änderung: Freitag, 2. Juni 2006